Anna Stolz

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Gabi SchmidtGabi Schmidt
30.07.2020
„Fachtagung unterwegs“: FREIE WÄHLER diskutieren mit Fischern und Teichwirten

Schmidt: Teichwirtschaft ist Garant für Artenvielfalt

Uehlfeld/München. Fischerei und Teichwirtschaft in Bayern stehen vor großen Herausforderungen: Klimawandel, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und Prädatoren setzen Fischer und Teichwirte zunehmend unter Druck. Bei einer zweitägigen Fachtagung in Franken und der Oberfpalz haben Gabi Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und fischereipolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, sowie Ulrike Müller, FREIE WÄHLER-Europaabgeordnete und Mitglied im EU-Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, gemeinsam mit Fischereiexperten aktuelle Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Vor allem der Klimawandel macht den bayerischen Fischern zu schaffen: Die Wassertemperaturen steigen im Frühjahr und Herbst und auch im Sommer kommt es zu Temperaturspitzen, die zu Wassermangel führen und damit das natürliche Habitat der Fische gefährlich bedrohen. Biberschäden verursachen zusätzliche Wasserverluste. „Besonders problematisch ist allerdings der starke Zuwachs an Prädatoren wie Fischotter und Kormorane“, erklärt Schmidt, früher selbst Teichwirtin. Teils würden die gefräßigen Jäger ganze Bestände dezimieren. Gleichzeitig seien die Preise für Speisefische zu niedrig. „Heimische Fische sind Qualitätsprodukte. Doch der Markt wird von Billigfisch aus Asien, welcher unter prekären Bedingungen produziert wird, überschwemmt. Das macht auch die Preise für bayerischen Speisefisch kaputt.“

Außerdem haben die Teichwirte noch immer mit überbordender Bürokratie und zu strengen Regularien zu kämpfen. „Eine effiziente Teichwirtschaft ist so kaum möglich“, weiß Müller. Hinzu komme, dass die Wasserwirtschaftsämter häufig kaum Verständnis für die Belange der Teichwirte hätten. Auch von Fördermitteln könnten sie nur unzureichend profitieren: „Es gibt zwar zahlreiche Hilfspakete, aber die kommen meist nur den Meeresfischern zugute.“ Direkte Förderungen, wie sie etwa Landwirte bekommen, müssten auch für Teichwirte möglich sein, fordert Müller.

Schließlich seien Teichwirtschaft und Fischerei gesamtgesellschaftlich relevant, ergänzt Schmidt: „Teichwirtschaft ist Naturschutz! Teiche sind gerade in struktur- und wasserarmen Kulturlandschaften wertvolle Ökosysteme. Sie bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und wirken sich günstig auf das Kleinklima und den Wasserhaushalt aus.“ Auch zum Hochwasserschutz leisteten die Teiche einen wichtigen Beitrag. Deshalb rät Schmidt Teichwirten, die sich ungerecht behandelt fühlen, sich mit einer Petition zu wehren. Außerdem müssten sich alle, die mit dem Lebensraum der Fische zu tun haben, besser vernetzen.

Bernhard Feneis, Präsident des Verbands der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur, hat an die bayrische Politik den Wunsch, dass die seit Jahrhunderten praktizierte Teichwirtschaft als Triebfeder der biologischen Vielfalt anerkannt werde. „Es kann nicht sein, dass die Nicht-Bewirtschaftung von Teichen, die in wenigen Jahren zur Zerstörung bestehender Biotope führt, weit höher gefördert wird als die Bewirtschaftung mit dem üblichen Besatz. So verlieren wir sowohl die Basis für beste Nahrungsmittel als auch die Lebensgrundlagen für als schützenwert anerkannte Arten.“ Hinzu kämen die Verluste von Fischen, Fischbetrieben und ganzen Biotopen durch die ungehemmte Vermehrung von Prädatoren. Schmidt regt deshalb an, mit einem „Tag der Fischerei“ für die Arbeit der Fischer und Teichwirte zu werben. „So könnte heimisch produzierter Fisch wieder populärer gemacht und die einzigartige Kulturlandschaft erhalten werden.“

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